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Geopolitik
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Geopolitik wird hĂ€ufig als Synonym fĂŒr das raumbezogene, auĂenpolitische Agieren von GroĂmĂ€chten im Rahmen einer Geostrategie bezeichnet. Die engere wissenschaftliche Begriffsbedeutung von Geopolitik bezeichnet die politikwissenschaftliche Interpretation geographischer Gegebenheiten, die oftmals im Rahmen von Politikberatung erfolgt. Geopolitik wurde aus der Politischen Geographie abgeleitet und stand anfangs in Opposition zu ihr. Besondere Bedeutung hatte sie in Deutschland in den beiden Weltkriegen und der Zwischenkriegszeit.
Contents
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Definitionen und Begriffsverwendung
Sowohl in den Medien als auch in weiten Teilen der Politikwissenschaft wird der Begriff Geopolitik als Synonym fĂŒr gewalttrĂ€chtige und skrupellose Machtpolitik verwendet. Amerikanische und britische Wissenschaftler verstanden unter Geopolitik ursprĂŒnglich dagegen eine Analyse politischer (und wirtschaftlicher) PhĂ€nomene, die sich auf geographische Kausalfaktoren konzentriert.cite-ref-1[1] Geopolitik als akademische Disziplin ist eine Analysemethode im politikwissenschaftlichen Forschungsfeld Internationale Beziehungen mit besonderem Bezug zur Geographie. Die akademische Geopolitik untersucht mit analytisch-deskriptivem Anspruch die EinflĂŒsse, die geographische Gegebenheiten und Dynamiken auf politische Entwicklungen haben, wobei das Hauptinteresse auf auĂen- und sicherheitspolitischen Entwicklungen liegt. Andererseits ist Geopolitik eine praktische Methode sicherheitspolitischer Entscheidungsfindung und Umsetzung.cite-ref-2[2] Es gibt eine lange Tradition von wissenschaftlichen Geopolitikern, die sich als Regierungsberater verstanden und mit ihrer Forschung stets politische EntscheidungstrĂ€ger beeinflussen wollten.cite-ref-3[3] Der französische Geograph und Geopolitiker Yves Lacoste betont, Geopolitik sei ein Herrschaftsinstrument, geopolitisches Wissen sei strategisches Wissen.cite-ref-4[4]
Als Bezeichnung fĂŒr eine akademische Disziplin nennt Egbert Jahn den Begriff âunglĂŒcklichâ. Niemand kĂ€me auf die Idee unter Sozialpolitik, Familienpolitik, Umweltpolitik oder AuĂenpolitik eine Wissenschaft zu verstehen. Vielmehr handle es sich dabei um bestimmte Sektoren und Objekte der Politik, und zwar sowohl des politischen Geschehens oder des Prozesses (politics) als auch der politischen Inhalte, Aufgaben und Ziele (policies). In diesen FĂ€llen werde deutlich zwischen Politik und Politikwissenschaft unterschieden. Der Grund, weshalb unter Geopolitik keine Politik, sondern eine Wissenschaft oder eine Lehre von der Politik verstanden wird, liege wohl darin begrĂŒndet, âdaĂ es sich bei Geopolitik nicht um einen bestimmten Gegenstand der Politik handelt, etwa die GeosphĂ€re oder die Erde, sondern um einen bestimmten Aspekt von Politik, nĂ€mlich ihren Raumbezug. Geopolitik ist also nicht Erdpolitik, ein Wort, das neuerdings auch zur Bezeichnung von globaler Umweltpolitik benutzt wird.âcite-ref-5[5]
Charakteristisch fĂŒr Geopolitik sind ihr Geodeterminismus und ihre NĂ€he zu den Denkschulen des Realismus und Neorealismus in den Internationalen Beziehungen. Der Geograph Benno Werlen betont in seiner Definition von Geopolitik deren Geodeterminismus, wonach menschliches Handeln durch Raum und Natur vorbestimmt sei. Dabei determiniere der Raum das politische Geschehen nicht unmittelbar, sondern vermittelt durch seinen Einfluss auf den Staat.cite-ref-6[6] Ăhnlich ist die Definition im Lexikon der Raumphilosophie: Im Zentrum der Geopolitik stehe die Idee einer geodeterminierten Staatspolitik.cite-ref-7[7] Bei Karl Haushofer hieĂ es schon 1928: âDie Geopolitik ist die Lehre von der Erdgebundenheit der politischen VorgĂ€nge. Sie fuĂt auf der breiten Grundlage der Geographie, insbesondere der Politischen Geographie als der Lehre von den politischen Raumorganismen und ihrer Struktur. Die von der Geographie erfaĂte Wesenheit der ErdrĂ€ume gibt fĂŒr die Geopolitik den Rahmen ab, innerhalb dessen sich der Ablauf der politischen VorgĂ€nge vollziehen muĂ, wenn ihnen Dauererfolg beschieden sein soll [âŠ].âcite-ref-8[8]
Nach Ulrich Menzel lĂ€sst sich Geopolitik als eine besondere Form der Machtpolitik definieren, wobei unter Macht die Kontrolle von politisch definierten RĂ€umen verstanden werde. Die Verwandtschaft zu den Denkschulen des Realismus sei dabei augenscheinlich.cite-ref-menzel-9-0[9] Manche Autoren sind sogar der Auffassung, dass die gesamten Theorien des Realismus und des Neorealismus in der Wissenschaft von den internationalen Beziehungen nichts anderem als geopolitischem Denken entspringt.cite-ref-10[10] Und Sören Scholvin meint, insbesondere die Ideen des ehemaligen amerikanischen AuĂenministers Henry Kissinger und des frĂŒheren Nationalen Sicherheitsberaters Zbigniew BrzeziĆski verdeutlichten, dass Geopolitik zu einer vereinfachten Form der realistischen Theorie der internationalen Beziehungen geworden sei.cite-ref-11[11]
Maxim Trudoljubow vom Kennan Institute schrieb, dass die geopolitische Sicht auf die Welt die Sicht aus einem Bomber sei. Die Geopolitik ziehe zwingend jene politischen FĂŒhrer an, die âhistorisches Ressentimentâ kultivierten â einer giftigen Mischung aus historischen Mythen, der Kultivierung externer Bedrohungen und Feindbilder, der Leugnung von Wertesystemen und eigener wirtschaftlicher Misserfolge.
âGeopolitik ist die Entmenschlichung der Weltâ
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Maxim Trudoljubow
Von der Politischen Geographie zur Geopolitik als Wissenschaft
Die ideengeschichtlichen Wurzeln der Geopolitik reichen bis in das Denken der AufklĂ€rung. So sah David Hume 1714 in On the Balance of Power im insularen GroĂbritannien den Garanten der Freiheit. Montesquieu verwies 1748 im Geist der Gesetze auf den Zusammenhang von Geographie und Geschichte. Den SeemĂ€chten schrieb er den Geist der Freiheit zu, die kontinentale GroĂmacht Russland hingegen verkörperte den Geist der Despotie.cite-ref-13[13]
Hinweise auf noch viel Ă€ltere Quellen sind laut Niels Werber âtypisch fĂŒr geopolitische Abhandlungenâ, Adolf Grabowsky habe sich auf Polybios berufen, Otto Maull auf Herodot, Karl Haushofer auf Thukydides und Pytheas. Ihnen wĂŒrden dann noch jĂŒngere Autoren von Rang, wie Herder, Hegel und Carl Ritter an die Seite gestellt.cite-ref-14[14] Damit, so Sabine Feiner, werde âder Versuch unternommen, eine lange Tradition des geopolitischen Denkens in der internationalen Politik zu begrĂŒnden. Da mit dieser ĂŒberaus weit gefassten Interpretation alle politischen Denker und Akteure, die geographische Faktoren berĂŒcksichtigt haben, als Geopolitiker gelten können, erscheint sie wenig aussagekrĂ€ftig.âcite-ref-15[15] Auch Werber vermisst bei den antiken Geographen und Historikern wie auch den deutschen Philosophen jene Elemente und VerknĂŒpfungen, die moderne Geopolitik ausmachen.cite-ref-16[16]
Unumstrittene VorlĂ€ufer und Wegbereiter der wissenschaftlichen Geopolitik waren der deutsche Zoologe und Geograph Friedrich Ratzel, der schwedische Staatswissenschaftler Rudolf KjellĂ©n, der US-amerikanische Konteradmiral Alfred Thayer Mahan und der britische Geograph Halford Mackinder. AuĂer bei KjellĂ©n kommt die Bezeichnung Geopolitik bei ihnen noch nicht vor, ihre Thesen fanden vor dem Ersten Weltkrieg kaum FĂŒrsprecher in der universitĂ€ren Geographie. Erst das geopolitische Schrifttum der Nachkriegszeit machte die vier Autoren zu Klassikern des neugeschaffenen Fachs.cite-ref-17[17]
Die Etablierung des Fachs Geopolitik schreibt Yves Lacoste jungen patriotischen deutschen Geographielehrern zu, die 1919 die universitĂ€re Politische Geographie fĂŒr ungeeignet hielten, âden Nachweis zu fĂŒhren, daĂ die durch den Versailler Vertrag festgelegten Grenzen Deutschlands nicht nur ungerecht und absurd, sondern fĂŒr die Zukunft Europas gefĂ€hrlich waren.â Die Geopolitik habe ihnen Argumentationsmöglichkeiten gegeben und sei damit zur Opposition der Politischen Geographie akademischen Typs geworden.cite-ref-18[18]
Der Staat als Organismus: Ratzel und Kjellén
Die Bezeichnung Geopolitik wurde 1899 von Rudolf KjellĂ©n in einem Zeitschriftenaufsatz geprĂ€gt.cite-ref-19[19] In seinem wissenschaftlichen Hauptwerk Staten som lifsformcite-ref-20[20] definierte KjellĂ©n dann 1916: âGeopolitik ist die Lehre ĂŒber den Staat als geographischen Organismus oder als Erscheinung im Raum.âcite-ref-21[21] KjellĂ©n war vom deutschen Zoologen und Geographen Friedrich Ratzel beeinflusst, der die Politische Geographie 1897 reformiert hatte.cite-ref-22[22]
Politische Geographen betrieben vor Ratzel lediglich die Sammlung von statistischen Daten der Ăkonomie, Demographie und Politik eines Staatsgebiets. Niels Werber verdeutlicht das an der Darstellung von Gibraltar in Gustav Adolf von Klödens Handbuch der LĂ€nder- und Staatenkunde von 1875. Darin fĂ€nden sich genaueste Angaben ĂŒber den Felsen von Gibraltar, zur FlĂ€chengröĂe der Kronkolonie, zu durchschnittlichen Temperaturen und NiederschlĂ€gen, zur Flora und Fauna, zur Einwohnerzahl und zur ethnischen Zugehörigkeit der Bewohner sowie zu Import- und ExportgĂŒtern und der Handelsbilanz. Es gĂ€be aber kein einziges Wort ĂŒber die Beherrschung der Meerenge durch GroĂbritannien und die Funktion der Befestigungsanlagen. Ăber Malta oder Singapur lieĂe sich das Gleiche sagen. Solche âPolitische Geographieâ sei also âgeradezu unpolitischâ gewesen.cite-ref-23[23] Ratzel dagegen ordnete in seiner Politischen Geographie Gibraltar neben Malta, Zypern, Sues, Singapur, Hongkong und andere in eine Reihe von festen PlĂ€tzen, Flottenstationen, Kohlenstationen und Kabelklippen in britischem Besitz ein, die entsprechend ihrer meerbeherrschenden Lage eine politische Funktion erfĂŒllen: Die Sicherung der Seemacht des Vereinigten Königreichs.cite-ref-24[24]
Diese Analyse ist bei Ratzel Konsequenz einer âbiogeographischen Auffassung des Staatesâ, mit der der Staat als Organismus im biologischen Sinne betrachtet wird, der der Evolution unterworfen sei und wachsen wolle. Der Staatsorganismus Englands habe sich trotz unabĂ€nderlicher geographischer BeschrĂ€nkung als Insel deshalb zu gröĂten Macht der damaligen Zeit entwickelt, weil die Schranken des Raumes durch Beherrschung der Meere ĂŒberwunden worden seien.cite-ref-25[25] Auf Basis des von Ratzel erdachten Konzepts setzte KjellĂ©n voraus, dass GroĂmĂ€chte expandieren mĂŒssen, um sich zu entfalten. Der laut Nils Hoffmann âgermanophileâ Schwede sah Deutschland als Zentrum eines nordisch-deutschen Staatenbundes, der sich von Hamburg bis Bagdad erstrecken sollte.cite-ref-26[26] Die deutsche Ăbersetzung seines Buchs Samtidens stormakter von 1914 erschien 1918 als Die GroĂmĂ€chte der Gegenwart bereits in der 19. Auflage. Ăbersetzungen anderer Schriften von ihm waren in Deutschland Ă€hnlich verbreitet und hatten starken Einfluss auf die sich formierende Geopolitik.cite-ref-s4-27-0[27] Dabei wurde Ratzels Lebensraum-Konzeptcite-ref-28[28] besonders wirksam.
Landmacht und Seemacht: Mahan und Mackinder
Die GrĂŒndervĂ€ter der angloamerikanischen Geopolitik, der Amerikaner Alfred Thayer Mahan und der Brite Halford Mackinder, wurden bereits in der deutschen Hochphase des Fachs, die laut Werber 1915 begann und 1945 endete, zu Klassikern des Fach stilisiert.cite-ref-s1-29-0[29] Von Ratzel und KjellĂ©n unterschieden sie sich dadurch, dass sie Staaten nicht als Organismen betrachteten, also keine âpolitische Zoologie oder biopolitische Geographieâ betrieben.cite-ref-s1-29-1[29] Beide entwarfen auf Basis historischer Analysen Geostrategien fĂŒr eine Seemacht.cite-ref-s2-30-0[30]
Mahan war weniger Wissenschaftler als MilitĂ€rstratege, er widmete in den letzten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts seine publizistischen BemĂŒhungen dem Versuch, zu verdeutlichen, dass die Vereinigten Staaten eine Hochseekriegsflotte benötigen. Nach seiner Auffassung war die Monroe-Doktrin nur durch eine starke Marine zu sichern, nur durch eigene Seemacht lieĂen sich Blockaden amerikanischer KĂŒsten und die Bedrohung amerikanischer HĂ€fen unterbinden. Mahan sah die USA in Konkurrenz zur britischen Seemacht und entwickelte Strategien, deren Ausbau im karibischen und pazifischen Raum zu unterbinden. Er forderte die amerikanische Sicherung des geplanten Panamakanals und StĂŒtzpunkte auf Kuba, Puerto Rico, Hawaii, Samoa und den Philippinen. Seine BemĂŒhungen um âSea-Powerâ waren erfolgreich, die amerikanische Politik folgte seinen VorschlĂ€gen.cite-ref-31[31] Auch in Deutschland fand er aufmerksame Leser, wie Alfred von Tirpitz und spĂ€ter Carl Schmitt. In der deutschen Interpretation wurde dann aus Hawaii Helgoland und aus dem Panama-Kanal der Kaiser-Wilhelm-Kanal.cite-ref-32[32] Georg Wislicenus forderte 1896 mit Mahans Argumenten eine deutsche Schlachtflotte, die zur Verteidigung und zum Angriff fĂ€hig sein mĂŒsse und die in der Lage sei, eine britische Seeblockade zu brechen.cite-ref-33[33]
Im Gegensatz zu Mahan hielt Mackinder die hohe Zeit der weltweiten Seemacht fĂŒr ĂŒberschritten, das Ende des âkolumbianischen Zeitalterâ hĂ€tte bereits begonnen und damit auch das der britischen Weltmacht.cite-ref-34[34] 1904 entwickelte er in einem Zeitschriftenaufsatzcite-ref-35[35] eine weltpolitische Theorie des âpost-kolumbianischen Zeitaltersâ: Er prognostiziert eine Epoche der Landmacht. Die Macht, der es gelĂ€nge, das eurasische Herzland (pivot area) zu organisieren und bis an die KĂŒsten auszudehnen, wĂŒrde zur Weltmacht.cite-ref-s3-36-0[36] Diese Prognose fasste er 1919 im Buch Democratic Ideals and Reality in den spĂ€ter vielzitierten Ausspruch zusammen: âWho rules East Europe commands the Heartland. Who rules the Heartland commands the World-Island. Who rules the World-Island commands the World.â (âWer ĂŒber Osteuropa herrscht, beherrscht das Herzland: Wer ĂŒber das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel (Eurasien). Wer ĂŒber die Weltinsel herrscht, beherrscht die Welt.â)cite-ref-37[37]
In GroĂbritannien, dem Mackinders Ăberlegungen als Warnung vor Weltmacht-Verlust galten, wurde der Aufsatz nicht zur Kenntnis genommen. In Deutschland dagegen wurde die Arbeit begeistert rezipiert, Karl Haushofer lobte sie als âdas gröĂte geopolitische Meisterwerk aller Zeitenâ.cite-ref-s1-29-2[29] Auch aktuell gilt das Heartland-Konzept als âdie wohl bedeutsamste Idee in der Geschichte der Geopolitik.âcite-ref-38[38]
Mit der einflussreichen Schrift des italienischen Generals Giulio Douhet ĂŒber die Luftherrschaft (Il Dominio dellâAria) kam 1921 ein neuer geopolitischer Aspekt hinzu.cite-ref-menzel-9-1[9]
Carl Schmitts GroĂraumkonzept
1939 artikulierte der deutsche Jurist Carl Schmitt das einflussreiche Konzept einer GroĂraumordnung. Statt einer Weltordnung auf Grundlage bestimmter universeller Prinzipien, die er fĂŒr einen Deckmantel des angloamerikanischen Imperialismus hielt, forderte er die Errichtung eines Systems von geographisch klar abgegrenzten GroĂrĂ€umen. Solche GroĂrĂ€ume sollten nach ânationalenâ Prinzipien organisiert sein. Externe â âraumfremde MĂ€chteâ dĂŒrften auĂerhalb ihres eigenen GroĂraums nicht intervenieren. Dabei berief sich Schmitt ausdrĂŒcklich auf die Monroe-Doktrin. Eine so formierte internationale Ordnung könne, wenn von allen Beteiligten akzeptiert, ideologisch motivierte Vernichtungskriege verhindern. Das Gleichgewicht von GroĂrĂ€umen wĂ€re eine Garantie fĂŒr den Weltfrieden.cite-ref-39[39]
Deutsche Geopolitik
Die Geschichte der klassischen deutschen Geopolitik beginnt laut Fachgeschichtsschreibung mit der Rezeption von Kjellén-Texten im Ersten Weltkriegcite-ref-s4-27-1[27] und gewinnt nach der Niederlage eine starke Entwicklungsdynamik. Ratzel, Kjellén und die von ihnen vorbereitete und bis dahin kaum beachtete Geopolitik erlebten, laut Klaus Kost, nach 1914 einen triumphalen Durchbruch.cite-ref-40[40] Nach 1918 gab es dann fast keine Geographen mehr, die nicht Geopolitik trieben.cite-ref-41[41]
Im Zentrum geopolitischer Publikationen standen wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges die Seeblockade der MittelmĂ€chte durch das Vereinigte Königreich, die Interpretation der Mittellage Deutschlands als âRaumschicksalâ sowie die âEntdeckung des âDeutschen Ostensâ als Okkupations- und ErgĂ€nzungsraums.âcite-ref-42[42] Die Ereignisse des letzten Kriegsjahres (Friedensvertrag von Brest-Litowsk) boten auf deutscher Seite Anlass zu ausgreifenden geopolitischen Konzeptionen, die weit ĂŒber das eigentliche Kampfgebiet bis tief nach Asien hineinreichten.cite-ref-43[43] Ihren Aufschwung erlebte die Disziplin aber erst danach als Reaktion auf den Friedensvertrag von Versailles. Laut Sprengel war die Geopolitik jener Jahre âKampfmittel gegen Versaillesâ.cite-ref-44[44] Laut Franz L. Neumann und Nils Hoffmann lieferte die Geopolitik mit ihren Konzepten eine âpseudo-wissenschaftlicheâ Rechtfertigung fĂŒr die Expansion und den (notfalls gewaltsamen) (Wieder-)aufstieg Deutschlands.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]
FĂŒhrender Vertreter dieser âDeutschen Wissenschaftâcite-ref-51[51] war Karl Haushofer, fĂŒr den das Lebensraum-Konzept Ratzels âGrundlage jeder Erörterung der Fragen auswĂ€rtiger Politikâ war.cite-ref-52[52] Daraus leitete Haushofer zwei konkrete Forderungen an die Politik ab: Den bestehenden Lebensraum zu schĂŒtzen und ihn zu vergröĂern.cite-ref-53[53] Er betonte, dass es kĂŒnftig groĂer RĂ€ume bedĂŒrfe, um das Ăberleben von Staaten zu gewĂ€hrleisten und entwickelte ein Konzept der âPan-Ideenâ, das er 1931 publizierte und 1940 konkretisierte. Er skizzierte vier kĂŒnftige âPan-Regionenâ, die sich gemÀà der Monroe-Doktrin organisieren wĂŒrden: Eine amerikanische unter der FĂŒhrung der USA, eine europĂ€isch-afrikanische unter deutscher FĂŒhrung, eine ostasiatische unter der FĂŒhrung Japans und eine eurasische unter russischer FĂŒhrung. SeemĂ€chte spielten in seinem Konzept keine Rolle.cite-ref-54[54]
Seine geopolitischen Konzepte ĂŒbersetzte Haushofer in konkrete Politikempfehlungen. Er schuf sich gute Möglichkeiten, die Ăffentlichkeit zu erreichen. Seit 1924 war er gemeinsam mit Erich Obst und Hermann Lautensach Herausgeber der Zeitschrift fĂŒr Geopolitik. AuĂerdem hielt er viele Rundfunk-VortrĂ€ge, wie etwa den regelmĂ€Ăigen Weltpolitischen Monatsbericht.cite-ref-55[55]
Nach der nationalsozialistischen MachtĂŒbernahme hatte er durch seinen freundschaftlichen Kontakt zu Rudolf HeĂ, der sein akademischer SchĂŒler gewesen war, Zugang zu nationalsozialistischen Regierungskreisen. Sein Einfluss auf NS-Ideologie und -Politik ist in der Fachgeschichtsschreibung umstritten.cite-ref-56[56] Lange hatte er als Geopolitiker hohes internationales Ansehen, man sah in ihm den Urheber des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts von 1939 als praktische Anwendung des Heartland-Konzepts von Mackinder. Den Ăberfall auf die Sowjetunion 1941 hielt er fĂŒr einen Fehler und stellte seine Arbeit ein.cite-ref-57[57]
Nationalsozialistische Theoretiker entwickelten den âgeopolitischenâ Entwurf einer autarken GroĂraumwirtschaft, bei dem das hochindustrialisierte Kernland Deutschland und seine angrenzenden Industriegebiete in Nordost-Frankreich, Belgien und Böhmen mit Rohstoffen und Lebensmitteln aus der Peripherie vor allem aus SĂŒdosteuropa und der Sowjetunion versorgt werden sollte.cite-ref-58[58]
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Geopolitik in Deutschland weitestgehend stigmatisiert, was zur Folge hatte, dass auch eine kritische Auseinandersetzung mit ihr nicht erfolgte.cite-ref-59[59] Erst in den 1980er Jahren begann eine ideologiekritische Auseinandersetzung mit der Geopolitik, deren Protagonisten die Disziplin als rÀumliche Konfliktforschung betrachten.cite-ref-60[60] Praktisch erlebt der geopolitische Diskurs seit 1989 eine Renaissance in Wissenschaft, Publizistik und Politik.cite-ref-61[61]
Der Begriff hat beispielsweise 2019 Eingang gefunden in die deutschen Leitlinien deutscher Arktispolitikcite-ref-62[62], dass es im deutschen Interesse liege, âbestehenden geopolitischen Spannungen in der Region zu begegnen und (Interessens-)Konflikten und potenziellen Risiken in der Arktis vorzubeugenâ.cite-ref-63[63]
Angloamerikanische Geopolitik
Politikberatende Geopolitik beginnt in den USA mit Nicholas J. Spykman. Basierend auf dem Konzept seines akademischen Lehrers Halford Mackinder entwickelte Spykman wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs Strategieempfehlungen fĂŒr die Nachkriegspolitik. Nicht das eurasische Heartland sei (wie Mackinder postuliert hatte) die sicherheitspolitisch kritische Zone, sondern dessen europĂ€ische und asiatische Randgebiete, das Rimland. Spykmans unmissverstĂ€ndliche geopolitische Empfehlung lautete: Die Vereinigten Staaten mĂŒssen international aktiv und engagiert sein, Einfluss auf die geographischen SchlĂŒsselregionen nehmen und einen geopolitischen Pluralismus in Eurasien, besonders in dessen Randgebieten, herstellen und aufrechterhalten.cite-ref-64[64] Spykmans geopolitische Doktrin lautete in Abwandlung der Mackinder-Formel: âWho controls the Rimland rules Eurasia, who rules Eurasia controls the destiny of the world.âcite-ref-65[65] Diese Strategieempfehlung ist laut Nils Hoffmann bis in die heutige Zeit wirkungsmĂ€chtig.cite-ref-66[66]
Auch fĂŒr den seit den 1970er Jahren fĂŒhrenden amerikanischen Geostrategen Zbigniew BrzeziĆski hat die Weltinsel Eurasien wie schon fĂŒr Mackinder und Spykman ĂŒberragende Bedeutung: âZum GlĂŒck fĂŒr Amerika ist Eurasien zu groĂ, um eine politische Einheit zu bilden. Eurasien ist mithin das Schachbrett, auf dem der Kampf um globale Vorherrschaft auch in Zukunft ausgetragen wird.âcite-ref-67[67] Auf diesem Schachbrett hĂ€tten die USA aktiv mitzuspielen und ihren Einfluss so einzusetzen, âdass ein stabiles kontinentales Gleichgewicht mit den Vereinigten Staaten als Schiedsrichter entsteht.âcite-ref-68[68]
Bei BrzeziĆski, aber auch schon bei Mackinder und Spykman wird deutlich, dass Geopolitik weniger als eine wissenschaftliche Disziplin verstanden wird, denn als unmittelbar handlungsorientierte Forschung, als Politikberatung.cite-ref-69[69] Sein Buch Democratic Ideals and Reality schrieb Mackinder 1919 als âHandreichungâ fĂŒr die britischen Vertreter bei der Versailler Friedenskonferenz. Darin schlug er einen Cordon sanitaire zwischen Deutschland und Russland vor, um zu vermeiden, dass eine Macht Eurasien dominiere.cite-ref-s5-70-0[70] In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg fand Mackinders Heartland-Konzept âgleichsam komplementĂ€râ zu Spykmans Rimland-Theorie ihren geostrategischen Niederschlag in der Containment-Politik sowie in der geopolitischen Blockstruktur, namentlich der NATO.cite-ref-s5-70-1[70] Die Carter-Doktrin des Jahres 1980, mit der die sĂŒdliche Flanke Eurasiens und insbesondere der Persische Golf ausdrĂŒcklich zur EinflusssphĂ€re der USA erklĂ€rt wird, wurde maĂgeblich von BrzeziĆski formuliert.cite-ref-71[71]
Kritische Geopolitik
Als akademische Reaktion auf die Renaissance der frĂŒheren Geopolitik und deren Zielsetzung, weltweite amerikanische AnsprĂŒche und Machtvorstellungen zu legitimieren, entstand in den USA der 1980er-Jahre die Konzeption der Critical Geopolitics, die eine paradigmatische Wende vom Positivismus zum Konstruktivismus darstellt.cite-ref-72[72] In dieser Sichtweise ist Geographie keine endgĂŒltige Wahrheit, sondern eine Form sozial produzierten Wissens. Traditionelle Raumkonzepte, die auf die NeutralitĂ€t und ObjektivitĂ€t des Raumes Bezug nehmen, wurden anfechtbar. Raum und Territorium sind nach diesem VerstĂ€ndnis nicht mehr passive BĂŒhne menschlichen Handelns, sondern werden fĂŒr politische Zwecke instrumentalisiert. Weder Berge noch Meerengen sind per se strategisch, sie werden es erst durch menschliche Zuschreibung. Ziel kritischer Geopolitik ist es, âdie ideologische Substanz der Rechtfertigungen von Weltpolitik aufzudecken und die Bindung an die Interessen bestimmter Akteure zu dokumentieren.âcite-ref-73[73] FĂŒhrende Vertreter kritischer Geopolitik sind John A. Agnew, Simon Dalby und Gerard Toal. In seiner Monografie Geopolitics widersprach 2009 der britische Historiker Jeremy Black ihrer konstruktivistischen Sichtweise und postulierte, es existierten objektive Faktoren wie Raum, Entfernung und Ressourcen, deren Auswirkungen nicht ignoriert werden könnten. Geopolitik definiert Black als Beziehung von machtorientierter Politik und Geographie, wobei Lage und Entfernung im Vordergrund stĂŒnden.cite-ref-74[74]
Siehe auch
Literatur
BĂŒcher
âą Zbigniew BrzeziĆski: Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-14358-6.
âą Heinz Brill: Geopolitische Analysen. BeitrĂ€ge zur deutschen und internationalen Sicherheitspolitik (1974â2008). 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 2008, ISBN 3-7648-2386-0.
âą Karl Haushofer: Geopolitische Grundlagen. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin/Wien 1935.
âą Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Springer VS, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-19433-2.
âą Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Goldmann, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-442-15190-2.
âą Robert D. Kaplan: The Revenge of Geography. What the Map Tells Us About Coming Conflicts and the Battle Against Fate. Random House, New York 2012, ISBN 978-1-4000-6983-5.
âą Rudolf KjellĂ©n: Der Staat als Lebensform. 4. Auflage. K. Vowinckel, Berlin 1924 (Erste deutsche Ăbersetzung: Hirzel, Leipzig 1917).
âą Henry Kissinger: Weltordnung. Bertelsmann, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-570-10249-7.
âą Yves Lacoste: Geographie und politisches Handeln. Perspektiven einer neuen Geopolitik. Wagenbach, Berlin 1990, ISBN 3-8031-5126-0.
âą Halford John Mackinder: Britain and the British Seas. D. Appleton and company, New York 1902.
âą Alfred Thayer Mahan: Der EinfluĂ der Seemacht auf die Geschichte. 2 BĂ€nde. Mittler, Berlin 1898/99.
âą Tim Marshall: Prisoners of geography. Ten maps that tell you everything you need to know about global politics. Elliot and Thompson Limited, London 2015, ISBN 978-1-78396-141-2.
âą Die Macht der Geographie. Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklĂ€ren lĂ€sst. Aus dem Englischen von Birgit Brandau. dtv, MĂŒnchen 2015, ISBN 978-3-423-28068-6 (Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe: dtv, MĂŒnchen 2017, ISBN 978-3-423-34917-8).cite-ref-75[75]
âą Otto Maull: Das Wesen der Geopolitik. 3. Auflage. Teubner, Berlin/Leipzig 1941.
âą Michael Paul: Der Kampf um den Nordpol. Die Arktis, der Klimawandel und die RivalitĂ€t der GroĂmĂ€chte. Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-39052-4.
âą Friedrich Ratzel: Politische Geographie oder die Geographie der Staaten, des Verkehres und des Krieges. 2. Auflage. Oldenbourg, MĂŒnchen/Leipzig 1903 (Erste Auflage 1897).
âą Karl Schlögel: Im Raume lesen wir die Zeit. Ăber Zivilisationsgeschichte und Geopolitik. Hanser, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-446-20381-8.
âą Hans-Dietrich Schultz: Der Realraum als Problem. Eine Lektion aus der Disziplingeschichte (Kleine Reihe Geographie). Frankfurt am Main 2018.
âą Tobias ten Brink: Geopolitik. Geschichte und Gegenwart kapitalistischer Staatenkonkurrenz. WestfĂ€lisches Dampfboot, MĂŒnster 2008, ISBN 978-3-89691-123-0.
âą Verein âKritische Geographieâ (Hrsg.), Redaktion Reinhard Zeilinger: Geopolitik. Zur Ideologiekritik politischer Raumkonzepte. Promedia, Wien 2001, ISBN 978-3-85371-167-5.
âą Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Junius, Hamburg 2014, ISBN 978-3-88506-085-7 (Zweite, ĂŒberarbeitete Auflage ebd. 2022).
AufsÀtze
âą Herbert Ammon: Geopolitik â Zur Wiederkehr eines verloren geglaubten Begriffs im 21. Jahrhundert. In: IABLIS, Jahrbuch fĂŒr europĂ€ische Prozesse. 8. Jahrgang, 2009 (Online, PDF, abgerufen am 17. November 2015).
âą Jan Helmig: Geopolitik â AnnĂ€herung an ein schwieriges Konzept. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 20â21, 2007
âą Egbert Jahn: Geopolitik â was ist das? Vortrag beim 16. Schlangenbader GesprĂ€ch, 2013 (Online, PDF, abgerufen am 17. November 2015).
âą Halford John Mackinder: The Geographical Pivot of History. 1904; dt.: Der geographische Drehpunkt der Geschichte. In: Lettre International. Ausgabe 120, 2018, S. 124â129.
âą JĂŒrgen Osterhammel: Die Wiederkehr des Raumes: Geopolitik, Geohistorie und historische Geographie. In: Neue Politische Literatur. 43, Heft 3, 1998, S. 374â397 (Online, PDF, abgerufen am 17. November 2015).
âą Hauke Ritz: Die RĂŒckkehr der Geopolitik. Eine Ideologie und ihre fatalen Folgen. In: BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik. MĂ€rz 2013 (Online, abgerufen am 17. November 2015).
⹠Sören Scholvin: Geopolitik in den internationalen Beziehungen. In: GIGA Focus. Nr. 9. 2014 (Online, abgerufen am 20. MÀrz 2020).
âą Hans-Dietrich Schultz: Die deutsche Geographie im 19. Jahrhundert und die Lehre Friedrich Ratzels. In: Irene Diekmann, Peter KrĂŒger, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Geopolitik. GrenzgĂ€nge im Zeitgeist (= Jahrbuch der Gesellschaft fĂŒr Geistesgeschichte 2. Bde., hier Bd. 1) Potsdam 2000, 39-84.
âą Hans-Dietrich Schultz: Geopolitik âavant la lettreâ in der deutschsprachigen Geographie bis zum Ersten Weltkrieg. In: Geopolitik. Zur Kritik politischer Raumkonzepte (= Kritische Geographie 14) Wien 2001, 29-50.
âą Hans-Dietrich Schultz: Kulturklimatologie und Geopolitik. In: Stephan GĂŒnzel (Hrsg.): Raum. Ein interdisziplinĂ€res Handbuch. Stuttgart/Weimar 2010, S. 44â59.
âą Clemens Binder und Saskia Stachowitsch: Die RĂŒckkehr der Geopolitik? Möglichkeiten und Limitation geopolitischer Analysen. Ăsterreichisches Institut fĂŒr Internationale Politik (OIIP), Arbeitspapier 105/August 2019 (Online, PDF, abgerufen am 3. Februar 2020).
âą Ludolf Baron von Löwenstern: Pivot to Asia. Der Bedeutungsverlust Europas aus geostrategischer Perspektive. MarineForum 12-2020, S. 27â29 (Online, PDF, abgerufen am 13. Dezember 2020).
Fachzeitschriften (Auswahl)
âą Deutschland: Zeitschrift fĂŒr Geopolitik (ZfG), erschien von 1924 bis 1944 und 1951 bis 1968.
âą Vereinigte Staaten: Geopolitics, History, and International Relations. Addleton Academic Publishers, New York, ISSN 1948-9145.
âą Ukraine: Geopolitics under Globalization.ISSN 2543-5493.
⹠Russland: Journal of Eurasian Affairs. ISSN 2307 8286, erschien von 2013 bis 2018 in Moskau, Website: »eurasianaffairs.net«.cite-ref-79[79]
Weblinks
Commons
: Geopolitik
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Geopolitik
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur zum Thema Geopolitik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Geopolitik, Eintrag im Lexikon der Geographie, Spektrum.de.
⹠Geopolitik, Eintrag im Staatslexikon der Görres-Gesellschaft.
âą International Geopolitics Reporters Association (I.G.R.A.)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Sören Scholvin: Geopolitik in den internationalen Beziehungen. In: GIGA Focus. Nr. 9. 2014 (Online), S. 1.
cite-note-22. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Springer VS, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-19433-2, S. 44 f.
cite-note-33. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 28.
cite-note-44. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 64.
cite-note-55. â Egbert Jahn: Geopolitik â was ist das? Vortrag beim 16. Schlangenbader GesprĂ€ch, 2013 Online, PDF, S. 3 f., abgerufen am 6. Oktober 2019.
cite-note-66. â Benno Werlen: Sozialgeographie. Eine EinfĂŒhrung, Bern/Stuttgart/Wien 2000, S. 383.
cite-note-77. â Rolf Nohr, Geopolitik. In: Stephan GĂŒnzel (Hrsg.): Lexikon der Raumphilosophie, Darmstadt 2012, S. 145â146, hier S. 145.
cite-note-88. â Karl Haushofer, Grundlage, Wesen und Ziele der Geopolitik. In: Ders., Erich Obst; Hermann Lautensach und Otto Maull, Bausteine zur Geopolitik, K. Vowinckel, Berlin 1928, S. 2â48, hier S. 27.
cite-note-menzel-99. â Ulrich Menzel: Zwischen Idealismus und Realismus. Die Lehre von den internationalen Beziehungen. Frankfurt am Main 2001, S. 60.
cite-note-1010. â Egbert Jahn: Geopolitik â was ist das? Vortrag beim 16. Schlangenbader GesprĂ€ch, 2013 Online, PDF, S. 15.
cite-note-1111. â Sören Scholvin: Geopolitik in den internationalen Beziehungen. In: GIGA Focus. Nr. 9. 2014 (Online), S. 2.
cite-note-121. Geopolitik ist die Entmenschlichung der Welt Maxim Trudoljubow darĂŒber, warum Krieg nicht durch âgeopolitische ErwĂ€gungenâ gerechtfertigt werden kann, Meduza, 19. April 2022
cite-note-1313. â Herbert Ammon: Geopolitik â Zur Wiederkehr eines verloren geglaubten Begriffs im 21. Jahrhundert, Online, IABLIS, Jahrbuch fĂŒr europĂ€ische Prozesse, 8. Jahrgang, 2009, Abschnitt I, abgerufen am 29. November 2015.
cite-note-1414. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung, Hamburg 2014, S. 28.
cite-note-1515. â Sabine Feiner: Weltordnung durch US-Leadership? Die Konzeption Zbigniew K. Brzezinskis. Wiesbaden 2000, S. 168.
cite-note-1616. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 28.
cite-note-1717. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 26.
cite-note-1818. â Yves Lacoste: Geographie und politisches Handeln. Perspektiven einer neuen Geopolitik. Berlin 1990, S. 24 f.
cite-note-1919. â Rudolf KjellĂ©n, Studier öfver Sveriges politiska grĂ€nser. In: Ymer (Zeitschrift der Schwedischen Gesellschaft fĂŒr Anthropologie und Geographie), 1899, S. 283â331; Angaben nach: Rainer Sprengel, Kritik der Geopolitik. Ein deutscher Diskurs. 1914â1944, Berlin 1996, S. 26.
cite-note-2020. â Rudolf KjellĂ©n: Staten som lifsform. Stockholm 2016; deutsche Ăbersetzung: Der Staat als Lebensform, Leipzig 1917.
cite-note-2121. â Rudolf KjellĂ©n: Der Staat als Lebensform. Leipzig 1917, S. 46.
cite-note-2222. â Friedrich Ratzel: Politische Geographie. MĂŒnchen und Leipzig 1897.
cite-note-2323. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 45 f.
cite-note-2424. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 46.
cite-note-2525. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 47 ff.
cite-note-2626. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 33.
cite-note-s4-2727. â Rainer Sprengel: Kritik der Geopolitik. Ein deutscher Diskurs. 1914â1944. Berlin 1996, S. 28.
cite-note-2828. â Friedrich Ratzel: Der Lebensraum. Eine biogeographische Studie. UnverĂ€nderter Nachdruck, Darmstadt 1966, ursprĂŒnglich in: Festgaben fĂŒr Albert SchĂ€ffle, 1901.
cite-note-s1-2929. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 63.
cite-note-s2-3030. â Sabine Feiner: Weltordnung durch US-Leadership? Die Konzeption Zbigniew K. Brzezinskis. Wiesbaden 2000, S. 168.
cite-note-3131. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 69 ff.
cite-note-3232. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 73.
cite-note-3333. â Georg Wislicenus: Deutschland Seemacht. Nebst einem Ăberblick ĂŒber die Geschichte der Seefahrt aller Völker, Leipzig 1896, S. 63 ff.
cite-note-3434. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 63.
cite-note-3535. â Halford Mackinder, The Geographical Pivot of History. In: The Geographical Journal, 23, 4/1904, S. 421â437.
cite-note-s3-3636. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Hamburg 2014, S. 69.
cite-note-3737. â Original zitiert nach Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. S. 35; Ăbersetzung nach der deutschsprachigen Ausgabe von Zbigniew BrzeziĆskis: Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1999, ĂŒbersetzt von Angelika Beck, S. 63.
cite-note-3838. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 35.
cite-note-3939. â Brendan Simms: Die RĂŒckkehr des GroĂraums? Duncker & Humblot, Berlin 2023, ISBN 978-3-428-19022-5, S. 22 f.
cite-note-4040. â Klaus Kost: Die EinflĂŒsse der Geopolitik auf Forschung und Theorie der politischen Geographie von ihren AnfĂ€ngen bis 1945. Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der politischen Geographie und ihrer Terminologie unter besonderer BerĂŒcksichtigung von MilitĂ€r- und Kolonialgeographie. Bonn 1988, S. 36.
cite-note-4141. â Klaus Kost: Die EinflĂŒsse der Geopolitik auf Forschung und Theorie der politischen Geographie von ihren AnfĂ€ngen bis 1945. Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der politischen Geographie und ihrer Terminologie unter besonderer BerĂŒcksichtigung von MilitĂ€r- und Kolonialgeographie. Bonn 1988, S. 9.
cite-note-4242. â Niels Werber: Geopolitik zur EinfĂŒhrung. Junius, Hamburg 2014, S. 77 f.
cite-note-4343. â Jörn Leonhard: Der ĂŒberforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918â1923. C.H. Beck, MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3-406-72506-7, S. 123 ff.
cite-note-4444. â Rainer Sprengel: Geopolitik und Nationalsozialismus. Ende einer deutschen Fehlentwicklung oder fehlgeleiteter Diskurs. In: Irene Diekmann und andere (Hrsg.), Geopolitik, GrenzgĂ€nge im Zeitgeist, Potsdam 2000, S. 147â172, hier S. 149.
cite-note-4545. â Franz L. Neumann, Franz L. Neumann: Behemoth: Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933 - 1944 (= Fischer-TaschenbĂŒcher Die Zeit des Nationalsozialismus. Nr. 4306). 5. Aufl., ungekĂŒrzte Ausg. Fischer-Taschenbuch-Verl, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-24306-8, S. 187.
cite-note-4646. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 30.
cite-note-472. Carlos Enrique Ălvarez CalderĂłn, AndrĂ©s Eduardo FernĂĄndez Osorio (Hrsg.): La âGran Estrategiaâ: instrumento para una polĂtica integral en seguridad y defensa. BogotĂĄ, D. C., 2018, ISBN 978-958-56-9285-5, S. 115, Abb. 11 (online).
cite-note-483. Christophe Fontaine: Haushoffer, la Geopolitik et le fait aĂ©rien allemand, in: StratĂ©gique. 2013/1 (Nr. 102), S. 65â80, hier: S. 71, Abb. 2 (online).
cite-note-494. Wesley de Souza Arcassa, Paulo Fernando Cirino MourĂŁo: Karl Haushofer: A Geopolitik AlemĂŁ e o III Reich, in: Geografia em Atos. Nr. 11, Ausg. 1, Januar bis Juni 2011, S. 1â14, hier: S. 9 f., Abb. 1 (online).
cite-note-505. Danilo Rogerio de Sousa: A Nova GeopolĂtica Russa e o Eurasianismo, in: Revista de GeopolĂtica, Natal â RN, Ausg. 3, Nr. 2, Juli/Dezember 2012, S. 61â70, hier: S. 68, Abb. 1 (online).
cite-note-5151. â Yves Lacoste: Geographie und politisches Handeln. Perspektiven einer neuen Geopolitik. Wagenbach, Berlin 1990, S. 25.
cite-note-5252. â Hans-Adolf Jacobsen, Kampf um Lebensraum. Karl Haushofers Geopolitik und der Nationalsozialismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 34â35/1979, S. 17â29, hier S. 24.
cite-note-5353. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 30 f.
cite-note-5454. â Uhyon Geem, Das europĂ€ische MĂ€chtesystem und die Integration Europas in geopolitischer Sicht. In: Martin Sieg (Hrsg.): Internationale Dilemmata und europĂ€ische Visionen. Festschrift zum 80. Geburtstag von Helmut Wagner. Berlin/MĂŒnster 2010, S. 92â98, hier S. 95.
cite-note-5555. â Ulrich Heitger: Vom Zeitzeichen zum politischen FĂŒhrungsmittel. Entwicklungstendenzen und Strukturen der Nachrichtenprogramme des Rundfunks in der Weimarer Republik 1923â1932. MĂŒnster 2003, S. 196 f.
cite-note-5656. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 31 ff.
cite-note-5757. â Yves Lacoste: Geographie und politisches Handeln. Perspektiven einer neuen Geopolitik. Berlin 1990, S. 27.
cite-note-5858. â Alan Milward: Der Zweite Weltkrieg. MĂŒnchen 1977, S. 29 f.
cite-note-5959. â Jan Helmig: Geopolitik â AnnĂ€herung an ein schwieriges Konzept. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 11. Mai 2007, Online, abgerufen am 17. November 2015.
cite-note-6060. â Egbert Jahn: Geopolitik â was ist das? Vortrag beim 16. Schlangenbader GesprĂ€ch, 2013 Online, PDF, S. 13 f., abgerufen am 17. November 2015.
cite-note-6161. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 11.
cite-note-6262. â Bundesregierung, Berlin: Leitlinien deutscher AuĂenpolitik. Verantwortung ĂŒbernehmen, Vertrauen schaffen, Zukunft gestalten. Hrsg.: AuswĂ€rtiges Amt. Berlin August 2019, S. 42.
cite-note-6363. â Michael Paul: Der Kampf um den Nordpol. bpb, Bonn 2022, ISBN 978-3-7425-0886-7, S. 65.
cite-note-6464. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 36.
cite-note-6565. â Zitiert nach: Herbert Ammon, Geopolitik â Zur Wiederkehr eines verloren geglaubten Begriffs im 21. Jahrhundert, IABLIS, Jahrbuch fĂŒr europĂ€ische Prozesse, 8. Jahrgang, 2009, Online, Abschnitt IX, abgerufen am 29. November 2015.
cite-note-6666. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 37.
cite-note-6767. â Zbigniew BrzeziĆski: Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Frankfurt am Main, 1999, S. 37. Das Buch ist in digitalisierter Form als PDF-Datei im Internet-Archiv verfĂŒgbar, abgerufen am 10. Juni 2022.
cite-note-6868. â Zbigniew BrzeziĆski: Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Frankfurt am Main 1999, S. 16.
cite-note-6969. â Nils Hoffmann: Renaissance der Geopolitik? Die deutsche Sicherheitspolitik nach dem Kalten Krieg. Wiesbaden 2012, S. 38.
cite-note-s5-7070. â Herbert Ammon: Geopolitik â Zur Wiederkehr eines verloren geglaubten Begriffs im 21. Jahrhundert. Online, IABLIS, Jahrbuch fĂŒr europĂ€ische Prozesse, 8. Jahrgang, 2009, Abschnitt VII, abgerufen am 7. Dezember 2015.
cite-note-7171. â Sabine Feiner: Weltordnung durch US-Leadership? Die Konzeption Zbigniew K. BrzeziĆskis. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2000, S. 204, Anmerkung 47.
cite-note-7272. â Heinz Nissel, Kritische Geopolitik. Zur Neukonzeption der Politischen Geographie in der Postmoderne. In: ĂMZ, Ăsterreichische MilitĂ€rische Zeitschrift, 1/2010, Online, PDF, abgerufen am 12. Dezember 2015, S. 11â21, hier S. 13.
cite-note-7373. â Jan Helmig: Geopolitik â AnnĂ€herung an ein schwieriges Konzept. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 11. Mai 2007, Online, abgerufen am 12. Dezember 2015.
cite-note-7474. â Sören Scholvin 2012: Rezension von Jeremy Black: Geopolitics. London 2009, in: Raumnachrichten-Online, 2012.
cite-note-7575. â Helmut Schneider, Renaissance der Geopolitik? Kritische Bemerkungen zu Tim Marshall und Fred Scholz. In: Geographische Rundschau. 11/2006, S. 50â54.
cite-note-7676. â HĂ©rodote n°187 â France 2022: nouvelle gĂ©opolitique Ă©lectorale ? Abgerufen am 7. Januar 2023 (französisch).
cite-note-7777. â Limes - Rivista Italiana di Geopolitica. In: Limes. Abgerufen am 7. Januar 2023 (italienisch).
cite-note-7878. â Online-Zeitschrift der Polnischen geopolitischen Gesellschaft (Polskie Towarzystwo Geopolityczne) European Journal of Geopolitics, Angaben der Central and Eastern European Online Library.
cite-note-7979. â Ein Memento der inzwischen gelöschten Website vom 13. Oktober 2013 ist im Internet-Archiv zu finden; abgerufen am 13. Juni 2022.